Projekt “KOMMUNALER ENERGIENUTZUNGSPLAN” Steigende Energiekosten und regionale Klimaveränderungen führen zu einem Umdenken in Politik und Bevölkerung hinsichtlich künftiger Versorgungsengpässe. Auf kommunaler Ebene kann ein sog.  Energienutzungsplan (ENP) als Planungsgrundlage für einen energieeffizienzorientierten Flächennutzungsplan dienen, in dem öffentliche Liegenschaften, private Haushalte und Industrie für die Erstellung eines nachhaltigen Energiekonzeptes einbezogen werden. Ein ENP besteht aus folgenden Teilen, die separaten Projektphasen entsprechen:   I. Bestands- und Potenzialanalyse      Rahmendaten, Energiebedarf (Ist-Zustand mit geographischer Verortung und Aufschlüsselung nach      Verbrauchergruppen), Energieinfrastruktur; Ist-Zustand der dezentralen regenerativen Energieerzeugung II. Potenziale der Gemeinde zur Erzeugung von Wärme- und Strom aus erneuerbaren Energieträgern und          Potenziale in der Verbesserung der Gebäudeenergieeffizienz (Sanierung und Heiztechnik) III. Definition von Handlungsfeldern (Energiesparen, Sanierung, Versorgung, Verkehr): Konzeptentwicklung für      Entwicklungsziele IV. Erstellung eines konkreten Maßnahmenkatalogs zur Umsetzung von Energieeffizienz-Zielen Für eine mittelgroße Gemeinde im Landkreis Regensburg mit ca. 7000 Einwohnern wurde in einem mehrsemestrigen Projekt durch Studierende der Hochschule Regensburg ein ENP exemplarisch erarbeitet. Die Projektphase I wurde in Bachelorarbeiten im SS 2011 bearbeitet und im WS 2011/12 abgeschlossen. Ziel des Projekts im Wintersemester 2011/12 war die Ausarbeitung der Potenzialanalyse und die Vorbereitung für die Definition von Handlungsfeldern (Phase III) auf Basis der im Sommersemester erarbeiteten Ergebnisse. Diese Daten liegen in Tabellenform und als GIS-Daten (Geo-Informationssystem) vor. Aus der geographischen Verteilung des Energiebedarfs und den örtlichen Voraussetzungen sollen Möglichkeiten der Energieeinsparung (Sanierung, Effizienz) und der Energieversorgung auf dezentraler, regenerativer Basis (z.B. Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen, Solarthermie, …) herausarbeitet werden. Diese Grundlagen wurden in Form weiterer Abschlussarbeiten seit dem Sommersemester 2012 in die Projektphase II überführt. Im WS 2012/13 wurden in einem Masterprojekt-Seminar alle Themen gebündelt und in einer Abschlusspräsentation der Gemeinde vorgestellt.  (siehe Bericht der Gemeinde Sinzing) Die Studierenden sammeln anhand zukunftweisender Fragestellungen Erfahrungen in der Projektplanung (Zieldefinition, Lösungsstrategien, Arbeitspakete, Zeitplanung), in der Kommunikation mit kommunalen und gewerblichen Ansprechpartnern und auf der technischen Seite moderne Konzepte der dezentralen Energieversorgung größerer Quartiere sowie den Umgang mit GIS-Daten zur Visualisierung und Analyse geographischer Informationen (hier: quantumGIS). Prof. Dr. Oliver Steffens Angewandte Physik und Bauphysik Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg