Bauakustik Übersicht über den Vorlesungsteil „Akustik und Schallschutz“   Das wissenschaftliche Gebiet der Akustik beinhaltet folgende Aspekte, die für das Bauingenieurwesen bedeutsam sind: Physik: Mechanismen der Schallerzeugung, -ausbreitung, -dämpfung, -übertragung Bauphysik: Akustisches Raumdesign (Hörsamkeit von Vortragssälen, Konzerthallen, Turnhallen); Schallschutz (Trittschall, Luftschalldämmung): baulicher Schutz vor Lärm von außen Lärmschutz: Schutz der Umwelt vor Lärmquellen (Autobahnen, Maschinen, …), Immissionsschutz Physiologie: Wirkung auf das Gehör, Wahrnehmung des Menschen (Lautstärke, Deutlichkeit, Echo, Konsonanz/Dissonanz, Timbre, Tonhöhe); diese ist entscheidend für die Bewertung der physikalischen Kenngrößen! Im ersten Teil behandeln wir nach einer Einführung in die Physik des Schalls als schwingungs- und Wellenphänomen, mit den Aspekten der Schallerzeugung und Schallausbreitung (beschrieben durch die Schallfeldgrößen Druck, Schnelle und Intensität) zunächst das Pegelkalkül anhand einfacher Beispiele. Wir lernen die energetische Addition von mehreren Schallquellen und das äquivalente Pegelmaß für die Bewertung von Schallexposition  kennen. Dabei wird auch am Rande auf physiologische Aspekte des Gehörs eingegangen, also die subjektive Wirkung des Schalls in der menschlichen Wahrnehmung.   Daran schließt sich eine ausführliche Behandlung der Raum- und Bauakustik an, vor allem im Hinblick auf den Schallschutz im Hochbau. Die gängigen Normen zur Bestimmung des Schalldämmmaßes von Wänden (Luftschalldämmung) bzw. des Trittschallmaßes von Böden werden an Beispielen vorgestellt und vertieft. Dabei spielen die Größen Absorptionsfläche und Nachhallzeit eine zentrale Rolle. Die Aspekte des akustischen Raumdesigns durch architektonische Planung und technische Hilfsmittel wie Resonatoren und Diffusoren können hier leider nur gestreift werden. Im zweiten Teil wenden wir uns planerischen Fragestellungen zu: Welche Gesetzmäßigkeiten bestimmen das Schalldämmmaß? Wie kann man ein gefordertes Schalldämmmaß konstruktiv erzielen, welche Besonderheiten sind bei ein- und mehrschaligen Bauteilen zu beachten? Dabei beziehen wir uns auf einen einfachen Schallschutznachweis nach der DIN 4109.   Prof. Dr. Oliver Steffens Angewandte Physik und Bauphysik Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg